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Leichtmatrosen. Der Film. Am 12.5.2017 in der ARD.

Der Film ist fertig – und er ist großartig geworden. Die drei Film-Leichtmatrosen Golo Euler, Stefan Szász und Gabriel Merz passen perfekt, Susanne Bormann ist eine hinreißende Cora, und überhaupt sind Stimmung und Thema des Romans von Drehbuchautorin Silja Clemens und Regisseur Stefan Hering (und den vielen anderen Beteiligten) exzellent eingefangen. Ich hatte beim Screening am 8. April in Schwäbisch Gmünd großen Spaß. Riesigen Spaß.

Und Ihr könnt das auch, wenn Ihr wollt. Am Freitag, dem 12. Mai 2017, um 20.15 Uhr in der ARD.

Hier ist der Trailer:

Leichtmatrosen – der Trailer

(Update: Die Leichtmatrosen schippern immer mal wieder durch die Kanäle, dritte wie erste. Und dann sind sie für eine Weile in den Mediatheken ladbar. Wer über Sendetermine informiert werden will, kann sich z.B. bei „TV-Wunschliste“ anmelden und Sendungsnamen hinterlegen, dann kommt automatisch eine Mail, sobald der Wiederholungstermin ansteht!)

Zehn.

Heiliges Huhn. Es kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen, als ich im Chefbüro des Verlags saß und Hände schüttelte, um das Schicksal meines ersten Romans zu besiegeln. Nein, es war nicht gestern, sondern vor mehr als dreizehn Jahren. Ungefähr gestern (plusminus drei, vier Tage) kam das Paket mit den Belegexemplaren meines zehnten Romans. Ab dem 21. Oktober 2016 ist er im gepflegten Handel erhältlich, als edel ausgestattete Klappbroschur: LANDEIER.

Zeit, mit ein paar Traditionen zu brechen, aber nicht mit allen. In „Landeier“ gibt es gleich zwei Ich-Erzähler. Der gescheiterte Großstadtjournalist Sebastian Kunze ist, wenn man so will, eine negative Hauptfigur, seine Frau Melanie, Erzähler Nummer zwei, möglicherweise eine positive. Das Buch spielt im herrlichen Spreewald, diesem pittoresken, sehens- und besuchenswerten Gurkenacker Gebiet südöstlich von Berlin. (Spaß beiseite. Ist wirklich schön da, und die Leute sind auch schrecklich nett.)

Hier die offizielle Inhaltsangabe:

Es ist das Paradies.
Es ist die Hölle.
Man nennt es Landleben.

Sebastian Kunze ist als Großstadtjournalist gescheitert. Er landet mit Frau und Tochter in der brandenburgischen Provinz, denn Melanie ist Psychotherapeutin, und auf dem Land gibt es, was sie braucht: Einen Kassensitz und therapiebedürftige Menschen. Doch die ländliche Realität zwischen Gurkenständen und Landgaststätten hält für das Paar einige Überraschungen bereit. Melanie traut sich bald kaum mehr auf die Straße – wegen all der «Bescheuerten». Sebastian hingegen lernt die Überschaubarkeit des neuen Lebens zu schätzen …

Lest selbst! Und: Viel Spaß dabei! Vielleicht sehen wir uns bei einer Lesung.

Neverending Radio Nights

An das Gefühl – die Gefühle – kann ich mich noch sehr gut erinnern. Als ich das fertige Manuskript abschickte. Als mein Agent anrief, um mir mitzuteilen, dass er den Text sehr mochte. Als er abermals anrief, um mir anzukündigen, dass es einen Gesprächstermin bei „Aufbau“ gäbe. Als ich dort saß, vor dem Programmleiter und meinem zukünftigen Lektor, und mich ungläubig in einem richtigen Buchverlag umschaute, der wahnsinnigerweise ein Buch von und mit mir machen wollte. Als ich die Verträge unterschrieb (übrigens, ohne sie gelesen zu haben). Als ich die ersten Coverentwürfe sah. Als ich mit meinem Lektor unermüdlich endlose Gespräche führte, über Figuren, Schauplätze, die Anordnung von Kapiteln – und all das immer noch für einen absurden Traum hielt. Als ich erstmals Danksagungen verfasste. Als ich die erste Verlagsvorschau erhielt, in der ein Roman von mir angekündigt wurde. Als die Fahnen kamen. Als die Belegexemplare geliefert wurden. Als die erste Besprechung erschien (in einem Frauenmagazin namens „Allegra“). Als ich hypernervös und psychisch wie physisch völlig am Ende nach zwanzig angstvoll durchwachten Nächten vor dem Buchpremierenpublikum saß und aus meinem ersten Roman vorlas. Als die ersten Leserbriefe eintrafen.

Ich habe jetzt, in diesem Augenblick, während ich das hier schreibe, eine mordsmäßige Gänsehaut. Zwischen meinem ersten fiktionalen Text und der Veröffentlichung meines ersten Romans lagen 25 Jahre. Als es dann tatsächlich passierte, war das weit mehr als nur die Erfüllung eines Traums. Mir fällt leider kein Vergleich ein, der funktionieren könnte. Es ist nicht in Worte zu fassen. Und ich werde es ganz sicher nie vergessen, jedenfalls so lange nicht, wie ich über ein funktionierendes Gedächtnis verfüge.

Nicht nur deshalb liegt mir mein Erstling „Radio Nights“ sehr am Herzen. Wann immer ich dieses Buch zur Hand nehme, um ein paar Seiten zu lesen, kann ich mich leicht in die damalige Stimmung versetzen. Ich weiß noch, wo ich was geschrieben habe, und wann, oder welche Realpersonen für welche Romanfiguren Pate standen. Ich weiß noch, wie energisch und ehrgeizig und auch naiv und überzogen erwartungsvoll ich damals war. Wie die Gespräche verliefen, die ich mit befreundeten Autoren rund ums Manuskript führte. Wie sehr ich mich in Donald, Lindsey, Frank, Hagelmacher, Liddy und all die anderen Figuren verliebt habe. Die auch jetzt noch, über zehn Jahre danach, wie alte, lange nicht mehr getroffene Freunde in meinem Kopf herumspuken. Manchmal, wenn ich Radio höre, frage ich mich, was Donald „Don FM“ Kunze wohl zu dem sagen würde, was da gesendet wird.

Und deshalb freut mich außerordentlich, dass der Aufbau-Verlag im Jahr 2014 eine weitere Neuauflage dieses Romans publizieren wird. Es ist nach 2008 schon die zweite Neuauflage, und damit die fünfte insgesamt. Es ist nicht selbstverständlich, dass Romanen, die keine Bestseller waren, verlagsseitig so lange die Treue gehalten wird. Und es ist sehr schön, zu wissen, dass auch in Zukunft noch Menschen dieses Buch, meinen ersten Roman, in die Hand nehmen, kaufen und lesen können, um gleich zweimal zu erfahren, wie bedeutsam Lebensträume sein können, sind und sein sollten.

Und so wird es aussehen:

„Leichtmatrosen“ vielleicht bald im Kino!

Es gibt sie, die selbsterfüllenden Prophezeiungen. Vor nicht ganz drei Monaten schrieb ich den aktuellen Begrüßungstext für meine Site, in dem ich davon schwätze, dass mir noch eine Verfilmung fehlt.

Tja, und inzwischen sind sie unterschrieben, die Options- und Filmrechteverträge. Mit etwas Glück kommen Patrick, Simon, Henner und Mark in zwei, drei Jahren in die Kinos. Nach passenden Regisseuren und Drehbuchautoren wird bereits gesucht. Ob und wann es mit den Dreharbeiten losgeht, entscheidet sich dann im Sommer 2014. Das ist für die Branche ziemlich fix; vier, fünf, sechs Jahre Vorbereitungszeit sind keine Seltenheit.

Jahu!

Wenn sich jetzt noch Jürgen Vogel für die Rolle des Simon begeistern lässt, bin ich restlos glücklich. 😉