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Die Wahrheit muss noch bis zum Herbst warten

Es hat dieses Mal ein bisschen länger gedauert, und aufgrund der unerwarteten Umstände dauert es leider noch ein wenig länger. Eigentlich war mein elfter Roman „Die Wahrheit über Metting“ für Ende Mai 2020 zur Veröffentlichung geplant. Weil aber in diesem Jahr vieles ganz anders ist, musste der Roman auf den Herbst verschoben werden, obwohl er längst fertig ist. Der offizielle Erscheinungstermin ist nunmehr der 13. Oktober 2020. Ab diesem Tag könnt Ihr, wenn Ihr wollt – was mDie Wahrheit über Mettingich sehr, sehr freuen würde – alles darüber erfahren, wie Tomás Lebesanft in den späten Siebzigern im niedersächsischen Metting groß wird, und zwar im „Alten- und Pflegeheim Horizont“ in Metting-Hasenhügel, einem Randbezirk der (von mir erfundenen) Kleinstadt. Ihr könnt dann auch Marieluise Benedickt kennenlernen, Toms erste Freundin, oder Gertrud, seine griechische Landschildkröte, und außerdem seinen besten Freund Filip aus Metting-Zeck. Und Toms etwas eigenartige Eltern – und die anderen Bewohner des Pflegeheims. Aber das ist nur der Anfang der Geschichte …

Auf die Ihr, wie erwähnt, nun leider noch ein paar Monate warten müsst. Ich hoffe sehr, dass wir alle diese Zeit gut überstehen. Bleibt gesund!

Herzlich,
Euer Tom

P.S.: Wenn Ihr auf die Cover meiner Bücher klickt, kommt Ihr nicht, wie Ihr das möglicherweise gewöhnt seid, auf eine Amazon-Bestellseite. Ihr landet stattdessen im Autorenwelt-Buchshop. Die Bücher, die Ihr dort bestellt – und das Sortiment ist umfassend -, liefert Euch libri nach Hause, aber der Shop hat eine Besonderheit: Vom Buchpreis geht ein kleiner Prozentsatz direkt an die Autoren, die sich dort registriert haben*. Wir bekommen nämlich von jedem verkauften Buch normalerweise nur ein paar Cent, ganz unabhängig davon, wo es gekauft wird, und gerade Autoren, die keine Bestseller haben, verdienen auf diese Weise erschütternd wenig Geld. Wenn Ihr also dort bestellt – und genauso schnell Eure Lieferungen bekommt wie sonst auch -, tut Ihr etwas Gutes. Nicht nur für mich. (* und bei Büchern von Autoren, die sich nicht registriert haben, geht der Beitrag an Autorenvereinigungen)

Zehn.

Heiliges Huhn. Es kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen, als ich im Chefbüro des Verlags saß und Hände schüttelte, um das Schicksal meines ersten Romans zu besiegeln. Nein, es war nicht gestern, sondern vor mehr als dreizehn Jahren. Ungefähr gestern (plusminus drei, vier Tage) kam das Paket mit den Belegexemplaren meines zehnten Romans. Ab dem 21. Oktober 2016 ist er im gepflegten Handel erhältlich, als edel ausgestattete Klappbroschur: LANDEIER.

Zeit, mit ein paar Traditionen zu brechen, aber nicht mit allen. In „Landeier“ gibt es gleich zwei Ich-Erzähler. Der gescheiterte Großstadtjournalist Sebastian Kunze ist, wenn man so will, eine negative Hauptfigur, seine Frau Melanie, Erzähler Nummer zwei, möglicherweise eine positive. Das Buch spielt im herrlichen Spreewald, diesem pittoresken, sehens- und besuchenswerten Gurkenacker Gebiet südöstlich von Berlin. (Spaß beiseite. Ist wirklich schön da, und die Leute sind auch schrecklich nett.)

Hier die offizielle Inhaltsangabe:

Es ist das Paradies.
Es ist die Hölle.
Man nennt es Landleben.

Sebastian Kunze ist als Großstadtjournalist gescheitert. Er landet mit Frau und Tochter in der brandenburgischen Provinz, denn Melanie ist Psychotherapeutin, und auf dem Land gibt es, was sie braucht: Einen Kassensitz und therapiebedürftige Menschen. Doch die ländliche Realität zwischen Gurkenständen und Landgaststätten hält für das Paar einige Überraschungen bereit. Melanie traut sich bald kaum mehr auf die Straße – wegen all der «Bescheuerten». Sebastian hingegen lernt die Überschaubarkeit des neuen Lebens zu schätzen …

Lest selbst! Und: Viel Spaß dabei! Vielleicht sehen wir uns bei einer Lesung.

„Veränderung bedeutet, dass man Halbgutes für Ungewisses opfert“

Dieser Satz stammt von Uwe Fielder, der Hauptfigur meines neunten Romans „Nachttankstelle“. Seit Ende August (2015) ist das Buch auf dem Markt, und damit hat wieder einmal diese äußerst merkwürdige Zeit begonnen, in der man völlig entnervt darauf wartet, wie das neue Machwerk angenommen wird. Denn darum geht es beim Schreiben: Zu erfahren, wie die Gedanken, die man zu Papier gebracht hat, von Euch, den Lesern, aufgenommen werden. Was Ihr davon haltet, ob es Euch amüsiert, freut, ärgert, langweilt, begeistert oder deprimiert (was weit jenseits meiner Absichten läge).

Umso mehr, da dieser Roman anders ist. Wenn ich mir die Schar der Figuren, die ich ins Leben gerufen habe, so anschaue, dann scheint es eine gewisse Kontinuität zu geben, denn von Donald Kunze („Radio Nights“, 2003) über Henry Hinze („Idiotentest“, 2005), Tim Köhrey („Geisterfahrer“, 2008), Nicolas Sender („Pauschaltourist“, 2009), Falk Lutter („Sommerhit“, 2011) und Patrick Finke („Leichtmatrosen“, 2013) bis hin zu jenem Uwe Fiedler, dessen Mantra in der Überschrift vorzufinden ist, geht es immer um Typen, die nach ihrem Platz im Leben suchen, mal humoriger („Pauschaltourist“), mal substantieller („Sommerhit“). Aber in „Nachttankstelle“ nimmt die Weltsicht des Protagonisten eine deutlich prominentere Position ein. Und es geht in diesem Buch eigentlich nicht so sehr darum, was jener Uwe Fiedler an sich selbst ändern müsste, sondern eher darum, was an der Welt so falsch ist, dass man sich ändern muss, um mit ihr zurechtzukommen. Eine Leserin merkte an, dass es fast schon ein „philosophisches Buch“ wäre – womit ich einverstanden bin, vom Adverb „fast“ vielleicht abgesehen.

Was ich sagen will (keine gute Einleitung, ich weiß, aber hier mal passend): Es interessiert mich sehr, wie Ihr diese Veränderung wahrnehmt. Womit ich keineswegs meine, dass die bisherigen Romane halbgut waren, was ich ohnehin nicht zu beurteilen habe. Sondern schlicht, ob Euch das gefällt, wie die Geschichte von Uwe Fiedler erzählt wird. Weil das die Frage ist, die mich umtreibt, seit ich „Ende“ unter das Manuskript geschrieben habe. Also, meldet Euch. Meine Mailadresse findet Ihr im Impressum. Danke!

Herzlich,
Tom

Ab August 2015 wird nachts getankt

Nein, dieser Roman wird keine Reminiszenz an jene Zeiten, als man sich des Nachts, wenn die Tankanzeige „Running On Empty“ anzeigte, noch eine Tankstelle suchen musste, die geöffnet hatte. „Nachttankstelle“ spielt in der Jetztzeit und in Berlin, genauer: In Neukölln. Jedenfalls überwiegend.

Das Buch handelt von Uwe Fiedler, 38, chronisch migränekrank. Er ist ein Gutmensch im positiveren Sinn des Wortes, leider aber auch ziemlich lethargisch und allgemein veränderungsscheu. Zehn Jahre hat er mit Ulrike zusammengelebt, aber das ist vorbei, und nun muss er wieder von vorne anfangen, oder eigentlich von hinten, denn es verschlägt ihn aus dem possierlichen Berlin-Friedenau nach Neukölln. Dort lernt er die mysteriöse Tresenkraft Jessica kennen, in die er sich verliebt, und nachts, an der Tankstelle, wo Fiedler jobbt, den Hedonisten Dominik Matuschek, der zuerst sein Mentor wird, dann aber ziemlich schnell sein Widersacher.

In meinem immerhin schon neunten Roman geht es um Freundschaft, Liebe und all diese Dinge, um die es ohnehin immer geht, übrigens auch in anderen Romanen, aber vor allem um Vertrauen, Ehrlichkeit und die Art, wie Menschen miteinander umgehen. Gentrifizierung spielt eine wichtige Rolle, es gibt eine Prise Verschwörung und eine Wagenladung origineller Figuren, wie ich meine. „Nachttankstelle“ ist witzig, lakonisch, manchmal ziemlich nachdenklich und insgesamt ein Buch, auf das hoffentlich nicht nur ich mich äußerst freue. Es hat jedenfalls großen Spaß gemacht, diesen Roman zu schreiben, der einerseits sicher recht liehrtypisch ist, dann aber auch wieder nicht.

Schaut selbst.

Ab August 2015 im gepflegten Handel. Morgens, mittags, abends, gerne aber auch nachts.

Und: Das Tanken nicht vergessen!

  (Bild aus der Verlagsvorschau. Die könnt Ihr hier herunterladen.)