{"id":329,"date":"2014-02-17T16:45:14","date_gmt":"2014-02-17T14:45:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tomliehr.de\/?p=329"},"modified":"2023-04-11T17:03:22","modified_gmt":"2023-04-11T15:03:22","slug":"ueber-ebooks","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tomliehr.de\/?p=329","title":{"rendered":"\u00dcber eBooks"},"content":{"rendered":"<p>Seit ein paar Wochen tobt ein Streit im Netz, von dem &#8222;normale&#8220; Leser m\u00f6glicherweise kaum etwas mitbekommen haben. Ein Buchgestalter, der u.a. f\u00fcr den Suhrkamp-Verlag t\u00e4tig ist, hat im <a title=\"Friedrich Forssmann \u00fcber eBooks\" href=\"http:\/\/www.logbuch-suhrkamp.de\/forum\/warum-es-arno-schmidts-texte-nicht-als-e-book-gibt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blog des Verlags <\/a>einen \u00fcberwiegend satirischen Text ver\u00f6ffentlicht, in dem er mit digitalen oder digitalisierten Romanen, gemeinhin &#8222;eBooks&#8220; genannt, konsequent abrechnet. Der Mann, dessen Namen zuvor h\u00f6chstens Brancheninsider kannten, ist in einigen Schriftsteller- und Verlagskreisen binnen kurzer Zeit zum Synonym f\u00fcr Technikfeindlichkeit, R\u00fcckschrittlichkeit, gar Dinosauriertum geworden. Dabei sagt er in diesem Text eigentlich nur: <i>Ich<\/i> mag eBooks nicht. Sie sind doof und h\u00e4sslich, zudem sind sie mit vielen Nachteilen behaftet &#8211; und sie zerst\u00f6ren etwas. Ich lese lieber richtige B\u00fccher. Ich mache lieber richtige B\u00fccher. Der Autor hat das ziemlich eloquent und bissig getan; der Text ist wirklich lesenswert.<\/p>\n<p>Vor allem in Kreisen, die den vermeintlichen Siegeszug des Elektrobuchs begr\u00fc\u00dfen und aktiv zu nutzen versuchen, hat diese Wortmeldung f\u00fcr einige Aufregung gesorgt. So genannte &#8222;Selbstver\u00f6ffentlicher&#8220; (neudeutsch &#8222;Selfpublisher&#8220;, das sind Autoren, die B\u00fccher in Eigenregie publizieren) und eBook-Verlage reagierten sp\u00f6ttisch, zuweilen beleidigend, in fast allen F\u00e4llen aber mindestens energisch ablehnend. Was genau genommen wenig verwundert. Nicht wenige Menschen sahen sich sogar gen\u00f6tigt, in Blogs, bei Facebook und sonstwo seitenlange Gegenreden zu ver\u00f6ffentlichen, begleitet von Applaus und sarkastischen Kommentaren, die allesamt ins gleiche Horn bliesen: Das eBook ist <i>die<\/i> Zukunft, und wer etwas anderes sagt, hat mindestens keine Ahnung. Eigentlich sollte sich derjenige lieber gleich ein Grab schaufeln, idealerweise in direkter Nachbarschaft zu der Stelle, an der gedruckte B\u00fccher begraben (sein) werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wer B\u00fccher einfach nur liest, den mag diese Diskussion kaum interessieren.\u00c2\u00a0 Tats\u00e4chlich ist sie nicht durch den oben genannten Beitrag ausgel\u00f6st worden. Das eBook ist nicht nur f\u00fcr die Leser eine Innovation, sondern auch und vor allem f\u00fcr Autoren &#8211; und ganz besonders f\u00fcr jene Autoren, die nicht bei Verlagen ver\u00f6ffentlichen k\u00f6nnen oder wollen, die das Verlagswesen f\u00fcr verkrustet und wenig zukunftsf\u00e4hig halten. Das bereits erw\u00e4hnte &#8222;Selfpublishing&#8220;, also die Ver\u00f6ffentlichung von Texten ohne Einbeziehung eines klassischen Verlags, boomt durch dieses Medium, denn es kostet fast nichts, Romane und Kurzgeschichten in eBook-Formaten zu publizieren, was zudem sehr viel schneller geht als der &#8222;herk\u00f6mmliche&#8220; Weg, bei dem es manchmal zwischen Manuskriptherstellung und Ver\u00f6ffentlichung ein, zwei Jahre, in einigen F\u00e4llen noch l\u00e4nger dauern kann. Bei meinem letzten Roman waren es zehn Monate.<\/p>\n<p>Das Medium ist \u00fcbrigens prinzipiell so neu auch wieder nicht, denn Texte auf Computern zu erstellen und zu lesen, das geh\u00f6rte fast zu den ersten Dingen, die man mit Rechnern machen konnte. Aber die leichtgewichtigen eBook-Reader mit ihren energiesparenden, hochaufl\u00f6senden, papier\u00e4hnlichen Displays, verbunden mit der M\u00f6glichkeit, in Sekundenschnelle an B\u00fccher zu kommen, haben diese Entwicklung auch auf Konsumentenseite ankommen lassen &#8211; mehr oder weniger. Seitdem das so ist, wird energisch \u00fcber das F\u00fcr und Wider elektronisch ver\u00f6ffentlichter B\u00fccher diskutiert. Ein nicht ganz unwesentlicher Aspekt in dieser Diskussion ist die Tatsache, dass elektronische Texte &#8211; genau wie Musik und Filme &#8211; von selbsternannten &#8222;Piraten&#8220; auf Downloadplattformen verteilt werden, ohne dass die Autoren oder Verlage hierf\u00fcr verg\u00fctet werden (zuweilen zahlen allerdings die Konsumenten trotzdem). Der im November 2013 ver\u00f6ffentlichte <a title=\"Gutenberg Piracy Report 3.0 (PDF)\" href=\"http:\/\/abuse-search.com\/Gutenberg%2034m.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;Gutenberg Piracy Report 3.0&#8220;<\/a> kommt zur Erkenntnis, dass auf ein legal erworbenes Elektrobuch zehn (!) illegale kommen\u00c2\u00a0 &#8211; und zwar <i>hierzulande<\/i>. Die Rechteinhaber erhalten also in nur einem von elf F\u00e4llen Geld f\u00fcr ihre Investition und Arbeit. Ob auch alle Verlage, Dienstleister und Konsumentenportale wirklich jede &#8211; kaum zu kontrollierende &#8211; Digitalkopie mit denjenigen abrechnen, die an dieser Stelle zu ber\u00fccksichtigen w\u00e4ren, ist eine ganz andere Frage, die kaum jemand beantworten kann. Digitale Kopien sind vom Original nicht zu unterscheiden, ohne Aufwand herzustellen und praktisch nicht verfolgbar. Ob also nur hundert oder doch zehntausend Kopien eines nicht kopiergesch\u00fctzten (DRM-freien) Romans verteilt und dann auch ordnungsgem\u00e4\u00df abgerechnet worden sind, wei\u00df lediglich der ber\u00fchmte Geier. Es ist, um es mal vorsichtig auszudr\u00fccken, eine Vertrauensfrage. Die uns hier aber nur am Rande besch\u00e4ftigen wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das eBook ist enorm platzsparend und sehr schnell verf\u00fcgbar. Selbst ein billiger Reader bew\u00e4ltigt eine gro\u00dfe Datenmenge, so dass man im Prinzip jederzeit seine gesamte Bibliothek mit sich herumschleppen kann. Wer wie ich im Urlaub viel liest und regelm\u00e4\u00dfig beim Einchecken schwitzen muss, weil der Koffer nicht die erlaubten zwanzig Kilo, sondern einundzwanzigeinhalb wiegt (weil man vielleicht doch endlich dazu kommt, <i>zus\u00e4tzlich<\/i> &#8222;Der Mann ohne Eigenschaften&#8220;, &#8222;Unendlicher Spa\u00df&#8220; <i>und<\/i> &#8222;Auf der Suche nach der verlorenen Zeit&#8220; zu lesen, was man schon seit Jahren vor sich herschiebt), wei\u00df diesen Vorteil zu sch\u00e4tzen. Wer pl\u00f6tzlich von der letzten Seite des aktuellen Romans \u00fcberrascht wird und nicht rechtzeitig f\u00fcr Nachschub gesorgt hat, wird auch den Vorteil zu sch\u00e4tzen wissen, per Klick umgehend an neues Material zu kommen. Oder wenn man soeben von einem tollen Roman geh\u00f6rt hat, den man unbedingt sofort lesen muss &#8211; prima. eBooks verrotten oder vergilben nicht. Man kann zig Texte parallel lesen, ohne st\u00e4ndig nach ihnen suchen zu m\u00fcssen &#8211; so lange man wei\u00df, wo der Reader ist. eBooks k\u00f6nnen multimediale Inhalte bieten (allerdings ist mir das noch nie in wirklich \u00fcberzeugender Form begegnet), man kann sie kommentieren, ohne sie zu ruinieren, und das &#8222;social reading&#8220; ist sicherlich auch eine absolut gro\u00dfartige Angelegenheit, wenn man darauf steht, sich st\u00e4ndig in die Lekt\u00fcre quatschen zu lassen. Aus Sicht der oben bereits genannten Autoren ist nat\u00fcrlich genial, beliebige Texte hurtig ver\u00f6ffentlichen zu k\u00f6nnen, ohne m\u00fchselig bei Verlagen Klinken putzen zu m\u00fcssen, ohne sich monatelange Redaktionsphasen geben zu m\u00fcssen, ohne von den Vertretern oder Ausstattern kurz vor der Ver\u00f6ffentlichung neue Romantitel oder seltsame Cover untergejubelt zu bekommen. Ganz zu schweigen davon, dass man auf diesem Weg deutlich mehr verdient, zumindest theoretisch. Ich habe mich im Rahmen einiger Recherchen intensiv damit besch\u00e4ftigt, was auf diesem Weg \u00fcberwiegend auf den Markt kommt, und, ja, es sind tats\u00e4chlich recht beliebige Texte, an denen die meisten Autoren, die so verfahren, absolut nichts verdienen. Aber auch dieser Aspekt ist nicht wirklich wichtig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Genug der Vorrede.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Denjenigen, die eBooks f\u00fcr wenigstens suboptimal halten, wird in aller Regel vorgehalten, dass sie die &#8222;Zeichen der Zeit&#8220; nicht erkennen w\u00fcrden. Sie werden mit Maschinenst\u00fcrmern und Dinosauriern verglichen. Nur der Vollst\u00e4ndigkeit halber: Dinosaurier sind <i>nicht<\/i> ausgestorben, weil sie eine nicht mehr lebensf\u00e4hige Art waren. Es gab einen verdammten <i>Meteoriteneinschlag<\/i>, der \u00fcbrigens auch andere Lebensformen vom Planeten getilgt hat. Der Dinosauriervergleich ist falsch, wenn man damit sagen will, dass Gr\u00f6\u00dfe, geringe Flexibilit\u00e4t oder ein irgendwie gearteter Konservatismus irgendwann ins unvermeidliche Verderben f\u00fchren. Gegen Meteoriteneinschl\u00e4ge k\u00f6nnen auch noch so flinke Kaulquappen nichts ausrichten. Davon abgesehen gibt es in unserer Welt jede Menge &#8222;Dinosaurierstrukturen&#8220;, die Jahrhunderte, gar Jahrtausende \u00fcberlebt haben und immer noch recht vital daherkommen. Dazu geh\u00f6ren nicht nur einige Nationen und auch Konzerne, sondern beispielsweise auch die Religionen und viele andere tradierte Verhaltensweisen, die sich einfach nicht ausmerzen lassen, obwohl sie kaum dem Zeitgeist entsprechen. Tats\u00e4chlich ist der Zeitgeist sehr viel kurzlebiger.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich bin eigentlich kein konservativer Mensch; wer meine Texte oder mich pers\u00f6nlich kennt, wird eher das Gegenteil vermuten. Ich halte Konservatismus aber nicht f\u00fcr prinzipiell schlecht, denn es geht hierbei darum, das Gute zu bewahren und das weniger Gute kritisch zu beleuchten, bevor man es akzeptiert &#8211; einfach gesagt. Der Vorwurf, konservativ zu sein, ginge mir aus diesem Blickwinkel am Rosettenhalter vorbei. Das tun allerdings, nebenbei bemerkt, die meisten Vorw\u00fcrfe. Man muss sich grunds\u00e4tzlich niemals vorwerfen lassen, irgendwie zu <i>sein<\/i>. Das Recht, irgendwie zu sein, hat jeder Mensch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir leben, was kaum jemand bezweifeln d\u00fcrfte, in einer Zeit, in der technische Entwicklungen rasant im Alltag ankommen, ohne dass ausreichend Gelegenheit verbleibt, sie zu hinterfragen. Tats\u00e4chlich leben wir nicht in der ersten Zeit, in der das der Fall ist, aber die Rasanz der Innovationszyklen hat die kritische W\u00fcrdigung von Entwicklungen unterm Strich zu einem Ding der Unm\u00f6glichkeit gemacht. Das Netz ist zum weltumspannenden Faktum geworden, bevor \u00fcberhaupt jemand verstanden hat, was die Folgen sein <i>k\u00f6nnten<\/i>. Vernetzung ist allgegenw\u00e4rtig, der Missbrauch dieser Technologie allerdings ebenso. Das Internet hat fraglos enorme Vorteile, aber auch grandiose Nachteile, gegen die scheinbar nichts mehr zu machen ist, weil das Internet gelebte Realit\u00e4t ist (was in meinen Ohren nach einem Oxymoron klingt). Tats\u00e4chlich aber ist, gl\u00fccklicherweise, auch in dieser Sache noch nicht das letzte Wort gesprochen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So, dann kommen wir mal zum eBook zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Ich halte, um ehrlich zu sein, schon den Begriff f\u00fcr falsch, denn das eBook ist <i>kein<\/i> Buch, ob man nun einen Vokal davorstellt oder nicht. Ein Buch ist mehr als nur der Text (der oben genannte Blogautor hat auf den originellen Begriff &#8222;Content&#8220; verwiesen), der darin enthalten ist. Richtiger hielte ich Begriffe wie &#8222;eNovel&#8220; oder &#8222;eText&#8220;, obwohl ich Fu\u00dfn\u00e4gelf\u00e4ule bekomme, wenn ich sie ausspreche. Tats\u00e4chlich aber muss man wohl Termini erfinden, wenn es um derartige Medienwechsel geht &#8211; schlie\u00dflich wird ja auch vom H\u00f6rbuch gesprochen (obwohl es eigentlich ein Sprechbuch ist). Die Bezeichnung &#8222;eBook&#8220; hat aufwertenden Charakter, weil sie davon ablenken soll, dass bin\u00e4re Rohdaten &#8211; im Extremfall wirklich nur der Text als Sammlung von Bytes, die Buchstaben repr\u00e4sentieren &#8211; im Moment des Lesens <i>aufbereitet<\/i> werden. Das eBook, wie wir es derzeit kennen, ist kein konkretes Produkt, sondern eine Chim\u00e4re, die sich unterschiedlichen Konsumenten unterschiedlich pr\u00e4sentiert. Umgekehrt also wird hier wirklich nur der Inhalt, der rohe Text gekauft und gelesen, meistens erg\u00e4nzt um eine Grafik, die das Cover zeigt, fertig. Was, zugegeben, auch bedeutet, dass sich Leser mit Sehschw\u00e4che gro\u00dfe Schriftarten einstellen k\u00f6nnen, und das ist eine prima Angelegenheit, wenn die Brille verlegt hat oder das Augenlasern zu teuer ist. In der Konsequenz w\u00e4re \u00fcbrigens w\u00fcnschenswert, wenn sich Menschen mit Sehschw\u00e4che im Auto einstellen k\u00f6nnten, in welcher Vergr\u00f6\u00dferung die Realit\u00e4t um sie herum dargestellt wird. Nein, ich mache mich <i>nicht<\/i> \u00fcber Menschen mit Behinderungen lustig. Ich hinterfrage lediglich ein Argument.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese Rohheit des vermeintlichen Endprodukts st\u00f6rt mich. Wenn ich eBooks lese, was ich tats\u00e4chlich manchmal mache (im Urlaub und wenn es den Roman nicht als gedruckte Fassung gibt), kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, ein halbgares, unfertiges, <i>beliebiges<\/i> Produkt zu konsumieren. Dieser Aspekt geh\u00f6rt zu den gef\u00fchlten, subjektiven Nachteilen dieser Technik, weshalb er nicht diskursf\u00e4hig ist; m\u00f6glicherweise hat er mit Konservatismus zu tun. Viele andere Aspekte, die diesem Bereich entstammen, sind schon h\u00e4ufig genannt worden. Es gibt weitere, die in Graubereiche fallen: eBook-Bibliotheken sind un\u00fcbersichtlich (da geht es ihnen wie den Fotosammlungen, die viele von uns auf ihren Rechnern horten, ohne je die Zeit zu finden, die Spreu vom Weizen zu trennen und\/oder Ordnung zu schaffen). Mit dem Reader ist erstmal die gesamte Bibliothek weg, falls er gestohlen wird oder verloren geht. Mit eBook-Readern sollte man nicht am Pool die Liege reservieren, in K\u00fcchen, Badezimmern und sonstigen Feuchtr\u00e4umen sind sie latent gef\u00e4hrdet. Reader und damit eBooks brauchen Strom und funktionieren nicht mehr, wenn der Akku leer ist (gedruckte B\u00fccher im Gegensatz zu Film- und Musikkonserven allerdings durchaus). DRM-gesch\u00fctzte Elektrob\u00fccher k\u00f6nnen nicht portiert werden, zuweilen ist man einem Anbieter auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, der auch noch hinterr\u00fccks die Daten kontrollieren und manipulieren kann. Die eBook-Bibliothek ist eine Datensammlung, die all die Nachteile hat, die Datensammlungen haben k\u00f6nnen. Man ist als Leser kontrollierbar und kann \u00fcberwacht werden. Man kann eBooks nicht verleihen oder verschenken, und man <i>darf<\/i> es \u00fcbrigens auch nicht. eBooks k\u00f6nnen gef\u00e4lscht oder ver\u00e4ndert sein. Beim Ger\u00e4tewechsel muss man ganz sch\u00f6n aufpassen. eBooks erlauben es, Verlage und Autoren im gro\u00dfen Stil zu betr\u00fcgen. Auch f\u00fcr das Bereitstellen und die Verteilung von eBooks m\u00fcssen \u00f6konomischer Aufwand und \u00f6kologisch kritikw\u00fcrdige Ressourcennutzung betrieben werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gedruckte B\u00fccher nehmen Platz weg. Sie verstauben. Man kann in ihnen keine Volltextsuche durchf\u00fchren und sie nicht miteinander verlinken. Sie sind nicht reproduzierbar, wenn man sie besch\u00e4digt hat. Sie werden mit der Zeit ein bisschen h\u00e4sslicher. Es ist schwer, Kommentare wieder zu l\u00f6schen, die man in ihnen angebracht hat. B\u00fccher m\u00fcssen gelagert, geliefert oder irgendwo abgeholt werden. F\u00fcr B\u00fccher muss man B\u00e4ume f\u00e4llen, der Herstellungsprozess ist aufwendig. Gedruckte B\u00fccher, die keiner kauft, m\u00fcssen eingestampft werden. B\u00fccher k\u00f6nnen ausverkauft sein. Wenn man eine Sehschw\u00e4che hat, muss man beim Lesen ein Hilfsmittel verwenden. Gedruckte B\u00fccher k\u00f6nnen beim Lesen keine Musik ab-\/einspielen, Wikipedia-Eintr\u00e4ge zu einem Fremdwort einblenden, und wenn man einem anderen Menschen, der das gleiche Buch liest, mitteilen will, an welcher Stelle man gerade ist und was man davon h\u00e4lt, muss man einen ziemlich Aufwand betreiben. Ein Buch, das auf Nichtgefallen st\u00f6\u00dft, muss man verschenken, zur M\u00fclltonne oder ins Antiquariat bringen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein gedrucktes Buch wird selten gestohlen. Es ist authentisch.\u00c2\u00a0 Es wirbt f\u00fcr sich als Produkt, verleiht dem enthaltenen Text eine Wertigkeit, die es vermitteln kann. Ein Buch verbindet textuelle mit visueller \u00c4sthetik. Ein Buch hat ein <i>Wesen<\/i>. Es funktioniert f\u00fcr sich, ganz ohne Hilfsmittel, v\u00f6llig unkontrollierbar vom Hersteller oder Lieferanten. Es verr\u00e4t beim Lesen nichts \u00fcber mich. Ein Buch ist intim. Es kann nur sehr aufwendig kopiert werden. Es sieht immer gleich aus, n\u00e4mlich so, wie Autor und Verlag das wollten. Man kann es verleihen, verschenken, verlieren, verdammen und verflucht gut finden. Ein Buch ist das physische Filtrat der vielen Arbeit, die n\u00f6tig war, um es zum Buch zu machen. Ein Buch ist ein Erlebnis. Es wird zum Bestandteil meines Lebensraums, wenn ich es ins Regal stelle, wo ich es jederzeit sehen, darin bl\u00e4ttern, mich erinnern kann. Ein Buch zeigt mir, nicht nur ein beliebiger Text zu sein, sondern etwas, an dessen Qualit\u00e4t mehrere Menschen glauben. Das gedruckte Buch repr\u00e4sentiert auch &#8211; wenigstens teilweise &#8211; einen <i>Wert<\/i>. All das kann ein eBook-Reader h\u00f6chstens <i>simulieren<\/i>, aber meistens gelingt es ihm nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Verwandter von mir ist an 200 Tagen des Jahres unterwegs. Bis vor ein paar Monaten hat er sich in letzter Sekunde in m\u00e4\u00dfig sortierten Flughafenbuchhandlungen mit Lekt\u00fcre eingedeckt. Ein Freund von mir war nie begeisterter Leser, weil er meist ratlos in Buchhandlungen stand, selten die richtigen Titel fand. Seit beide eBook-Reader besitzen, lesen sie h\u00e4ufiger, verschwenden kaum noch Zeit mit Romanen, die sich nach ein paar Seiten als eher bl\u00f6d herausstellen; mein Verwandter findet auch unterwegs neue Titel, sogar im Flugzeug, mitten \u00fcber dem Atlantik, dank WLAN in der Businessklasse bei Lufthansa. Geil.<\/p>\n<p>Und unstrittig.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens lesen beide \u00fcberwiegend Bestsellerlisten-Gebrauchsliteratur.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als Leser betrachte ich eBooks auf genau diese Weise &#8211; ich mag sie nicht, aber sie manchmal sind praktisch (bei meinem iPad beispielsweise ist es genau umgekehrt). Es ist nicht das gleiche, einen gedruckten Roman in den H\u00e4nden zu halten oder auf einem Reader durch aufbereitete Daten zu scrollen. Ich finde das eine &#8211; kurz gesagt &#8211; angenehmer als das andere, w\u00e4hle das andere jedoch zuweilen aus ganz pragmatischen Erw\u00e4gungen heraus. Die Angelegenheit hat zwar auch eine emotionale &#8211; meinetwegen sogar konservative &#8211; Komponente, aber gibt drastische Unterschiede etwa zum bereits mehrfach erfolgten Medienwechsel im Musikbereich. Konservierte Musik kommt \u00fcberhaupt nicht ohne Abspielger\u00e4t aus, gedruckte Texte tun dies durchaus. Der \u00dcbergang zur Musikdigitalisierung hat die Qualit\u00e4t im heimischen Bereich gravierend ansteigen lassen, obwohl einige Puristen immer noch behaupten, damals, auf ihren schweineteuren High-End-Anlagen, h\u00e4tten sich Vinylschallplatten viel besser angeh\u00f6rt. Das mag sogar stimmen, aber nach dem drei\u00dfigsten Abspielen waren sie daf\u00fcr auch im Eimer, und Vinyl im Auto oder beim Joggen ist ganz schrecklich unpraktisch. Allein, konservierte Musik erlebt ihre Audioreinkarnation einzig durch die vorhandenen Abspielger\u00e4te, wobei das H\u00f6rerlebnis <i>direkt<\/i> von der Qualit\u00e4t dieser Ger\u00e4te abh\u00e4ngt. Gedruckte B\u00fccher machen in einem feudalen Schloss genau den gleichen Eindruck wie in einer verwahrlosten Sozialbauwohnung am Rand von &#8230; <i>Jena<\/i>. Und zwar ganz ohne Strom. Und sie <i>sind<\/i> einfach sch\u00f6ner als eBooks.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dieser Argumentation kann man folgen oder ihr widersprechen. Man kann auch nach China fahren, um ein paar Getreides\u00e4cke umzuwerfen. Soll doch jeder die Form w\u00e4hlen, die ihm am besten gef\u00e4llt. Richtig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Warum also dieser Streit?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Er hat, kurz zusammengefasst, zwei Hintergr\u00fcnde. Der eine l\u00e4sst den Vergleich zur Musikindustrie wiederum zu: eBooks lassen sich leicht vervielf\u00e4ltigen, was selbst f\u00fcr DRM-gesch\u00fctzte Elektrob\u00fccher gilt, wenn man h\u00f6heres technisches Verst\u00e4ndnis als eine gemeine Hausratte hat. Autoren und Verlage werden &#8211; genau wie Musiker und Plattenfirmen &#8211; im gro\u00dfen Stil betrogen, was zwar bislang vor allem die in Bestsellerlisten vertretenen Titel betrifft, wahrscheinlich aber \u00fcber kurz oder lang auch die Zweite-\/Dritte-\/Amateur-Liga-Autoren erreichen wird. Die Digitalisierung ist aus Sicht der Hersteller also in erster Linie ein R\u00fcckschritt. Zwar fallen einige logistische Komponenten weg (Druck, Lagerhaltung, Auslieferung, Pr\u00e4senzbuchhandel), aber auch die \u00f6konomische Kontrolle \u00fcber das Produkt ist dahin, w\u00e4hrend man bei jedem einzelnen gedruckten Buch verfolgen kann, ob und wo es verkauft wurde oder nicht. Man verdient vor dem Hintergrund der aktuellen Preisgestaltung zwar ein paar Cent mehr als am gedruckten Buch, aber das wird von der Piraterie in einem Haps wieder aufgefressen. Sonstige Vorteile hat das eBook aus dieser Perspektive nicht. Auch hier muss im Vorfeld lektoriert und ausgestattet werden, und selbst der Satz f\u00e4llt an, wenn auch in etwas geringerem Ma\u00df. Nat\u00fcrlich kostet das einzelne verkaufte eBook fast nichts mehr in der Herstellung (weil es nicht <i>existiert<\/i>), da einfach nur Daten kopiert werden m\u00fcssen, aber es entsteht durch illegale Kopien dennoch ein Schaden in Form von verlorengegangenen, ergo fehlenden Einnahmen (und \u00fcbrigens kostet ein Taschenbuch mit hoher Auflage in der Herstellung auch nur ein paar Cent). Einige Schlaumeier meinen, man k\u00f6nne dem beikommen, indem man die eBook-Preise deutlich senkt oder eBooks kostenlos zum gedruckten Buch dazugibt, aber ich meine, dass man nicht klaut, weil der Preis der legalen Version zu hoch ist, sondern weil die illegale Version einfach nichts kostet. Nichts ist <i>immer<\/i> weniger als etwas. Au\u00dferdem ist der Diebstahl faktisch risikolos. Der Vergleich zur Musikindustrie hinkt allerdings an einer wesentlichen Stelle: Musikkonserven konsumiert man in aller Regel h\u00e4ufiger, B\u00fccher werden meistens nur einmal gelesen. W\u00e4hrend also Musikdiebe m\u00f6glicherweise irgendwann eine legale Kopie nachkaufen, werden das Leute, die einen geklauten Roman gelesen haben, nur ausnahmsweise tun. Und w\u00e4hrend Musiker m\u00f6glicherweise einen Teil der Verluste durch Auftritte ausgleichen k\u00f6nnen, so sie eine Form von Musik produzieren, die sich live reproduzieren l\u00e4sst, werden Mittelfeld-Autoren f\u00fcr f\u00fcnf oder sechs Lesungen pro Jahr gebucht, wenn sie Gl\u00fcck haben. Dem Verlust steht also nichts gegen\u00fcber. Originelle Gesch\u00e4ftsmodelle wie so genannte &#8222;Kultur-Flatrates&#8220; sind, wie alle Pauschalangebote, Betrug am Normalnutzer, und bei denjenigen, die die B\u00fccher geschrieben haben, kommt davon sowieso nichts an.<\/p>\n<p>Aus Autoren- und Verlagssicht sind eBooks also nichts weiter als eine Katastrophe. Deshalb geben sich viele Verlage zur\u00fcckhaltend, was diese Entwicklung anbetrifft. Die Preise f\u00fcr eBooks liegen in der N\u00e4he der Preise f\u00fcr gedruckte Fassungen, um nur wenige Anreize zu bieten, die Elektroversion zu kaufen. Einige Verlage verzichten vorl\u00e4ufig noch v\u00f6llig auf dieses Segment. Einige Autoren &#8211; durchaus auch namhafte &#8211; haben versucht, eBook-Fassungen ihrer B\u00fccher zu untersagen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ganz anders stellt sich das dar, wenn man einen kleinen eBook-Verlag betreibt oder als Autor seine B\u00fccher selbst auf diesem Weg herausgibt, was praktisch ohne finanziellen Aufwand m\u00f6glich ist. Aus Sicht dieser Leute sind eBooks eine sensationelle Entwicklung, von der sie sich inst\u00e4ndig w\u00fcnschen, sie w\u00fcrde sich noch weiter verst\u00e4rken, denn diese Menschen glauben, dann w\u00fcrden sich auch <i>ihre<\/i> B\u00fccher besser verkaufen. Aus dieser Gruppe stammen die Stimmen, die w\u00fctend und energisch auf entsprechende Kampfschriften reagieren. Was nat\u00fcrlich verst\u00e4ndlich ist.<\/p>\n<p>Nichtsdestotrotz ist die Annahme, die dahintersteht, wahrscheinlich falsch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es ist sehr aufwendig, ein Buch herzustellen. Zehn-, hunderttausende Autoren &#8222;bewerben&#8220; sich j\u00e4hrlich bei den Verlagen mit ihren Erg\u00fcssen, und einer von tausend schafft es. Das ist keine sehr prickelnde Quote, aber dennoch sieht der deutsche Markt Jahr f\u00fcr Jahr gut 100.000 belletristische Neuerscheinungen, davon ein Gutteil aus der Feder deutscher Autoren. Ungef\u00e4hr tausend Mal so viele Exemplare werden gekauft, Fensterkreuz mal Pi 100.000.000 St\u00fcck (Einhundertmillionen oder eine Zehntelmilliarde) &#8211; pro Jahr. Das klingt viel, aber das meiste davon sind so genannte &#8222;Backlist-Titel&#8220;, also lange vorher publiziert worden &#8211; die Leute kaufen n\u00e4mlich keineswegs nur Neuerscheinungen. Es sind also nur wenige hundert Exemplare, die theoretisch je Titel abgehen, und die Anzahl der verkauften B\u00fccher steigt <i>nicht<\/i> mit der Anzahl der Neuerscheinungen. Tats\u00e4chlich verkaufen sich einige Ver\u00f6ffentlichungen sehr gut (richtig &#8211; diejenigen, die es auf die Bestsellerlisten schaffen) &#8211; und die meisten anderen kaum. Viele fast \u00fcberhaupt nicht. Anders gesagt: Eigentlich braucht der Markt diese gro\u00dfe Anzahl Neuerscheinungen nicht. Sie werden trotzdem publiziert, weil man erstens Bestseller nur selten vorhersagen kann und es zweitens selbst den Verlagen auch um Vielfalt geht. Bestseller finanzieren beispielsweise anspruchsvolle Literatur mit niedrigen Auflagen.<\/p>\n<p>Von den 999 abgelehnten Autoren wiederum sind mindestens 900 nicht so gut, um es mal vorsichtig zu sagen. Einige sind vielleicht zu eigenwillig f\u00fcr die Publikumsverlage, liegen thematisch neben allen Trends, w\u00e4ren zwar gut, aber zu uninteressant f\u00fcr ein gro\u00dfes Publikum usw. usf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diesen Autoren &#8211; und fraglos auch anderen, die zwar Verlagskandidaten w\u00e4ren, diesen Weg aber nicht gehen <i>wollen<\/i> &#8211; bietet das eBook die Chance, trotzdem Leser zu erreichen. Es hat zudem den Vorteil, dass es ohne zeitlichen Vorlauf auf den Markt geworfen werden kann. Im Extremfall tippt man &#8222;Ende&#8220; unter ein Manuskript und l\u00e4dt es noch am gleichen Tag in die Publikationsplattform. eBooks m\u00fcssen auch keine Mindestl\u00e4nge haben, wohingegen sich Verlage nur ausnahmsweise dazu hinrei\u00dfen lassen, Texte zu ver\u00f6ffentlichen, die weniger als 200 Seiten umfassen. Miniserien, Kurzgeschichten, Kommentarsammlungen, Sachtexte, sogar Lyrik &#8211; eBooks bieten die Spielwiese, auf der man eine Menge ausprobieren kann (auf der allerdings die Konkurrenz kostenloser Web-Angebote gro\u00df ist). Erotik als Elektrobuch hat auch f\u00fcr Leser Vorteile, wenn er denn diese Erotik in der \u00d6ffentlichkeit lesen m\u00f6chte, ohne zu verraten, was da geschm\u00f6kert wird. Und der Lebensabschnittspartner erf\u00e4hrt es auch nicht. Erotische eBooks (die meistens sind nicht wirklich erotisch) sind folgerichtig \u00fcberdurchschnittlich erfolgreich, selbst von absolut unbekannten Autoren. Aber es gibt auch andere Genres, die ein paar Schriftsteller gewinnbringend mit reinen Elektropublikationen beackert haben. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass Amazon diesen Bereich intensiv f\u00f6rdert, um die Marktf\u00fchrerposition zu halten. Der Versandriese unterst\u00fctzt einige eBook-Selbstver\u00f6ffentlicher mit gro\u00dfem Aufwand. Er ist in diesem Bereich Quasi-Monopolist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Gros der Leute, die eBook-Selbstpublikationen nutzen, geh\u00f6rt zu den magischen 900. Sie wissen das nat\u00fcrlich nicht oder wollen es nicht wissen, aber sie hauen da im Minutenrhythmus ganz unglaublichen Schrott raus. Um hier gegenzusteuern und mit dem eigenen Angebot nicht unterzugehen, gr\u00fcnden die anderen eBook-Autoren Verlage (!) oder Gruppen, die Qualit\u00e4tssiegel verleihen. Und sie versuchen nat\u00fcrlich <i>alles<\/i>, um Leser davon zu \u00fcberzeugen, das Medium zu w\u00e4hlen, in der Hoffnung, mit der Menge der eBook-Leser auch eine gr\u00f6\u00dfere Aufmerksamkeit f\u00fcr die eigenen Produkte zu erzeugen. Aus diesem Grund sprechen sie auch unaufh\u00f6rlich von Dinosauriern, Ewiggestrigen, Zeichen-der-Zeit-Nichterkennern und so weiter. Sie w\u00fcnschen sich, eine selbsterf\u00fcllende Prophezeiung auszusprechen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Deshalb diese energische Diskussion. Die interessant ist und Spa\u00df macht, viel mehr aber auch nicht. Den Leser interessiert sie kaum. Er wird sich anschauen, was es gibt, es ausprobieren, und sein Verhalten entsprechend anpassen &#8211; oder auch nicht. Er wird das nach einer Weile wiederholen. Oder auch nicht. Sehr viele Menschen &#8211; die Mehrheit &#8211; lesen sowieso nur ein, zwei, drei B\u00fccher im Jahr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dieses Entweder-Oder hat also wenig Sinn. Sinnvoll w\u00e4re es, an den Nachteilen der Innovation zu arbeiten. Um anschlie\u00dfend abzuwarten, wie sich die Konsumenten verhalten werden. Die sich nicht von solchen Disputen irritieren lassen sollten (was sie sehr wahrscheinlich auch nicht tun). Man trifft keine unmoralische Entscheidung, wenn man ein eBook <i>oder<\/i> ein gedrucktes Buch kauft. Die trifft man nur, wenn man das eine oder andere klaut. Was bitte zu unterlassen ist. Danke.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit ein paar Wochen tobt ein Streit im Netz, von dem &#8222;normale&#8220; Leser m\u00f6glicherweise kaum etwas mitbekommen haben. Ein Buchgestalter, der u.a. f\u00fcr den Suhrkamp-Verlag t\u00e4tig ist, hat im Blog des Verlags einen \u00fcberwiegend satirischen Text ver\u00f6ffentlicht, in dem er mit digitalen oder digitalisierten Romanen, gemeinhin &#8222;eBooks&#8220; genannt, konsequent abrechnet. 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