{"id":132,"date":"2010-04-10T16:25:56","date_gmt":"2010-04-10T14:25:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tomliehr.de\/?p=132"},"modified":"2023-04-11T17:20:30","modified_gmt":"2023-04-11T15:20:30","slug":"dazu-habe-ich-auch-noch-etwas-zu-sagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tomliehr.de\/?p=132","title":{"rendered":"Dazu habe ich auch noch etwas zu sagen"},"content":{"rendered":"<h2>Eine Stellungnahme<\/h2>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Im Februar 2010 wurden gleich zwei deutsche Autoren dabei ertappt, f\u00fcr Ihre literarischen Deb\u00fcts das geistige Eigentum anderer missbraucht zu haben. W\u00e4hrend der eine, der Fall von Helene Hegemann, f\u00fcr geh\u00f6riges Medienecho sorgte, weil ihr Roman &#8222;Axolotl Roadkill&#8220; (Ullstein) zu diesem Zeitpunkt weit vorn auf den Bestsellerlisten stand und von der Kritik als &#8222;der Coming-of-age-Roman der Nullerjahre&#8220; gefeiert wurde, interessierten sich f\u00fcr den zweiten fast nur Insider: Jens Lindner hatte f\u00fcr seinen Krimi &#8222;D\u00f6ner for one&#8220; (Piper) bei Janet Evanovich abgeschrieben. Hegemanns Bestseller blieb auf dem Markt, wurde gar f\u00fcr den Buchpreis der Leipziger Messe nominiert; Jens Lindners Erstling hingegen wurde sofort aus dem Sortiment genommen und vermutlich sogar makuliert, also eingestampft.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Im Rahmen eines Interview erz\u00e4hlte mir ein Lektor eines Berliner Verlags, er bek\u00e4me pro Tag im Durchschnitt f\u00fcnfzehn unverlangt eingesandte Romanmanuskripte auf den Schreibtisch, also \u00fcber das gesamte Arbeitsjahr hinweg mehr als 3.500 &#8211; und der Mann hat noch ein paar Kollegen im Haus. Dieses geh\u00f6rt zu jenen gr\u00f6\u00dferen Verlagen, die sich experimentierfreudig zeigen und hin und wieder Deb\u00fcts ver\u00f6ffentlichen; drei, vier, manchmal ein halbes Dutzend pro Jahr. Andere H\u00e4user halten sich in diesem Bereich eher zur\u00fcck, die &#8222;ganz gro\u00dfen literarischen Namen&#8220; noch st\u00e4rker, und selbst die riesige Randomhouse-Gruppe bringt mit jedem Programm seiner Imprints nur eine Handvoll Neulinge auf den Markt. Dem steht ein Turm aus fast einer Drittelmillion Manuskripte gegen\u00fcber, die j\u00e4hrlich unverlangt an die Verlage geschickt werden, Tendenz steigend. Die Chancen, aus diesem Haufen erw\u00e4hlt zu werden, um bei einem gro\u00dfen Publikumsverlag zu re\u00fcssieren, liegen bei weniger als einem Promille. Allerdings handelt es sich keineswegs um eine Art Lotterie: Auch die gr\u00f6\u00dferen Verlage sind durchaus auf der Suche nach neuen Talenten, nach frischem Stoff, nach vermarktbaren Titeln, die nicht f\u00fcr enorme Lizenzgeb\u00fchren vom ausl\u00e4ndischen Markt eingekauft werden m\u00fcssen. Das Angebot demgegen\u00fcber besteht zum gr\u00f6\u00dften Teil aus ungenie\u00dfbarem, egozentrischem Mist, schlecht geschrieben, epigonenhaft, langweilig, uninteressant &#8211; oder alles zugleich. Vorsichtig gesch\u00e4tzt gen\u00fcgen mehr als neunzig Prozent der durch die Weltgeschichte geschickten Manuskripte nicht im Entferntesten den Anforderungen an einen publikationsreifen Roman. Diese gewaltige Menge Schrottprosa verstellt allerdings auch jenen den Zugang, die etwas zu bieten haben. Warum die anderen hoffen, jemand w\u00fcrde sich f\u00fcr ihre zergurkten Lebensgeschichten interessieren, ist ein Mysterium.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Jens Lindner war deshalb hocherfreut, als der Piper-Verlag Interesse bekundete. Es war sein letzter Versuch nach vielen gescheiterten, erkl\u00e4rt er in einer Stellungnahme, die im Online-Angebot des Branchen-Fachblatts &#8222;Der Buchmarkt&#8220; erschien: Er hatte Evanovichs Roman &#8211; teilweise fast w\u00f6rtlich &#8211; &#8222;als Grundger\u00fcst&#8220; benutzt, war verbl\u00fcfft ob der positiven Reaktion erst der Agentur und dann des Verlags, erwartete aber nach wie vor, dass es nicht zum gedruckten Buch k\u00e4me, weil das einfach der wahrscheinlichere Fall war. Als dann doch die Zusage eintrudelte, ging &#8222;auch der letzte Rest Vernunft den Bach runter&#8220;, und Lindner, der nicht dazu in der Lage war, kurzfristig eine Eigenleistung abzuliefern, hoffte auf das Unm\u00f6gliche: Dass ihm niemand auf die Schliche k\u00e4me. Vor zwanzig, drei\u00dfig Jahren w\u00e4re er vielleicht noch damit durchgekommen, jedenfalls f\u00fcr ein paar Monate oder Jahre, aber das Internet-Zeitalter l\u00e4sst auch Laien zu Detektiven werden. Ein Rezensent bei Amazon deckte die &#8222;Parallelen&#8220; auf, der Verlag reagierte rasch und zog den Titel zur\u00fcck, Lindner ist gebrandmarkt. Es steht zu vermuten, dass seine Chancen, jetzt noch einen Roman unter eigenem Namen zu ver\u00f6ffentlichen, geringer sind als diejenigen, ein Axolotl mit einem D\u00f6nertier zu kreuzen. Dar\u00fcber hinaus sind Schadenersatzforderungen des Verlags m\u00f6glich, und sogar ein Verfahren wegen Betruges. Die Verletzung des Urheberrechts stellt zwar an und f\u00fcr sich noch keinen Straftatbestand dar, aber da der Autor &#8211; so, wie es \u00fcblich ist &#8211; im Verlagsvertrag zugesichert haben d\u00fcrfte, alleiniger Urheber des vorgelegten Textes zu sein, w\u00e4re sp\u00e4testens hiermit einer denkbar. Der Schwanz der Ratte, auf der Lindner in die Bestsellersph\u00e4ren zu reiten gedachte, kann noch sehr, sehr lang werden. <\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Ganz anders der Fall Hegemann. Die siebzehnj\u00e4hrige Tochter eines bekannten Dramaturgen informierte ihren Verlag zwar brav dar\u00fcber, ein Zitat von David Foster Wallace benutzt zu haben, verschwieg aber ihre sonstigen Anleihen, darunter viele Passagen aus einem Roman mit dem Titel &#8222;Strobo&#8220; (Airen, SuKuLTuR) und einen als Brief genutzten, \u00fcbersetzten Songtext einer britischen Rockgruppe (&#8222;Fuck You&#8220; von Archive &#8211; Nomen est omen). W\u00e4hrend sich Ullstein bem\u00fchte, rasch die nachtr\u00e4gliche Genehmigung des kleinen Verlags einzuholen, der die Rechte am Original hielt, und die englischen Musiker ein wenig in Vergessenheit gerieten, trat die junge Autorin eine obskure Vorneverteidigung an und verkaufte ihr Vorgehen als symbolisch f\u00fcr die Cut&amp;Paste-Generation, schwadronierte kokett-eloquent von &#8222;Intertextualit\u00e4t&#8220; und bezeichnete ihren eigenen Text in Anlehnung an die DJ-Szene als &#8222;Remix&#8220;. Reue oder R\u00fcckzugsgedanken waren weder bei der Autorin, noch beim Verlag zu erkennen, was wenig wundert, handelte es sich doch um einen veritablen Bestseller, von dem anzunehmen war, dass der Skandal seinen Verkauf weiter vorantreiben w\u00fcrde. Immerhin r\u00fcmpfte das Feuilleton, das den Roman zuvor als bahnbrechend gefeiert hatte, fast unisono die Nase, und das Buch verlor seinen Spitzenplatz in den Verkaufslisten. Zeitgleich stieg die Nachfrage f\u00fcr &#8222;Strobo&#8220; so rapide an, dass der von den Vorg\u00e4ngen v\u00f6llig \u00fcberraschte kleine Verlag nicht mehr liefern konnte.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">In Zeiten, da j\u00e4hrlich mehrere zehntausend Neuerscheinungen auf den deutschsprachigen Belletristikmarkt dr\u00e4ngen, hat sich die Anzahl tats\u00e4chlich origineller Romane auf einen hom\u00f6opathischen Anteil verringert. Sobald auch nur der Hauch eines neuen Trends abzusehen ist, st\u00fcrzen sich s\u00e4mtliche Verlagsh\u00e4user darauf, derzeit sind es Vampirromane (dieser Hype klingt allerdings gl\u00fccklicherweise langsam ab), kurz vorher bestimmten noch historische Romane, die keine waren, die Programme. Ansonsten herrscht Ideend\u00fcrre, wie auch beim Film: Es werden Remakes produziert oder belanglose F\u00fcnfziger-Jahre-Comics verfilmt, das restliche Angebot besteht aus simpler Effekthascherei und dem krampfartigem Hochw\u00fcrgen von l\u00e4ngst Verdautem &#8211; selbst die fr\u00fcher mal kongenialen Coen-Br\u00fcder (&#8222;Fargo&#8220;, &#8222;The Big Lebowski&#8220;) drehen sich im Kreis.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Ein Verlag, der in dieser Situation etwas wirklich Neues entdeckt, hat das Potential, Feudalherrscher der Prosamonarchie zu werden, wenigstens vor\u00fcbergehend, wie vor zwei Jahren Dumont mit dem millionenfach verkauften Analfissur-M\u00e4rchen &#8222;Feuchtgebiete&#8220; von Charlotte Roche, in dessen kurzlebiger Tradition Hegemanns &#8222;Axolotl Roadkill&#8220; steht. Ansonsten werden frischw\u00e4rts Ideen abgekupfert; Camerons 3D-Alien-Indianer-Abenteuer &#8222;Avatar&#8220; bediente sich u.a. bei Karl May, und die meisten belletristischen Neuerscheinungen lassen sich ohne viel Federlesens auf einen der ber\u00fchmten zehn bis zwanzig Masterplots reduzieren. Unerreichbare Liebe, Rettung der Welt oder eines Teils davon durch einen Underdog, die klassische Verwechslungskom\u00f6die, das Entwicklungsromanschema nach Goethes Wilhelm Meister und so weiter.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Ideenklau oder -recycling aber ist kein Plagiat und davon abgesehen so gut wie unumg\u00e4nglich. Es steht zu vermuten, dass jede Geschichte strukturell auf die eine oder andere Art bereits erz\u00e4hlt worden ist, weshalb es auf das Wie ankommt, und nicht so sehr auf das Was &#8211; wie der niederl\u00e4ndische Romancier Harry Mulisch (&#8222;Die Entdeckung des Himmels&#8220;, Rowohlt) erkl\u00e4rte. Je h\u00f6her man die Abstraktionsebene ansetzt, umso \u00e4hnlicher werden sich die Plots. Selbst gewaltige Epen wie Thomas Manns &#8222;Der Zauberberg&#8220;, Robert Musils &#8222;Der Mann ohne Eigenschaften&#8220; oder David Foster Wallaces Geniestreich &#8222;Unendlicher Spa\u00df&#8220; (Kiepenheuer &amp; Witsch) lassen sich mit etwas M\u00fche auf ein paar Zeilen herunterbrechen, die gleichzeitig den Inhalt anderer Werke grob zusammenfassen w\u00fcrden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Doch auch im Detail finden sich \u00c4hnlichkeiten, ohne dass Absicht zu vermuten w\u00e4re. Fast schon ein Klassiker der modernen Unterhaltung ist die Geschichte von jemandem, der nach durchfeierter Nacht in der Suite eines Hotels in Las Vegas aufwacht und neben sich einen Unbekannten vorfindet, mit dem er verbl\u00fcffenderweise verheiratet ist. Ein halbes Dutzend Chick-Lit-Romane bedienen sich dieser Ausgangssituation (z.B. &#8222;Vergiss es, Baby&#8220; von Claudia Sanders, Diana-Verlag, und &#8222;Kater der Braut&#8220; von Michaela Thewes, Bastei L\u00fcbbe-Verlag), davon abgesehen gibt es Filme mit diesem Motiv, sogar eine &#8222;Die Simpsons&#8220;-Folge nutzt es. Autoren, die eine solche Plotskizze wiederverwerten, m\u00f6gen sich f\u00fcr fehlende Originalit\u00e4t schelten lassen, aber sie sind keine Plagiatoren. Ganz im Gegenteil bieten diese Standardplots sogar die Chance, vermeintlich ausgetretene Wege zu renovieren. F\u00fcr den Leser entsteht bei derlei nicht selten ein gr\u00f6\u00dferes Vergn\u00fcgen als bei zwanghaft um Eigenartigkeit bem\u00fchter, schwer verkopfter Institutsprosa.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Ideen sind nicht gesch\u00fctzt, in dieser Hinsicht \u00e4hneln sich die Urheberrechtsbestimmungen weltweit. Die amerikanische Erfolgsautorin Stephenie Meyer (&#8222;Twilight&#8220;, deutsch: &#8222;Bis(s) zum Morgengrauen&#8220;, Carlsen) mag das als bedauerlich empfinden, lieferte doch ihre Saga von der hirntauben Collegetusse, die sich in einen schnieken Vampir verguckt, die Steilvorlage f\u00fcr eine ganze Garnison von Nachahmern. Das Motiv fand sich jedenfalls in den Jahren 2008 und 2009 in mehreren hundert B\u00fcchern wieder, die von den Verlagen auf den Markt geschleudert wurden, um auch ein paar Krumen vom Twilight-Kuchen abzubekommen. Eine \u00e4hnliche, aber auf den deutschsprachigen Raum beschr\u00e4nkte Entwicklung l\u00f6ste das Allg\u00e4uer Autorenduo Kl\u00fcpfl\/Kobr (u.a. &#8222;Milchgeld&#8220;, Piper) mit ihren Regionalkrimis aus, die zwar keineswegs eine neue Erfindung darstellten, aber eine Welle von Epigonen auf den Markt sp\u00fclten. Inzwischen finden sich in den Programmen fast aller Publikumsverlage solche Kriminalromane, die in irgendeiner beschaulichen Region spielen und deren Protagonisten mittags lokale Delikatessen mampfen. Seit dem Erfolg der Peter-Jackson-Verfilmung von J. R. R. Tolkiens &#8222;Der Herr der Ringe&#8220; (Klett-Cotta) haben ganze Autoren-Hundertschaften die V\u00f6lker von Mittelerde in neue Abenteuer gest\u00fcrzt, nicht selten \u00fcber vielb\u00e4ndige Serien hinweg. Das mag der eine oder andere Hobbit-Purist als fast schon ketzerisch empfunden haben, aber die Verkaufszahlen z.B. von Bernhard Hennens &#8222;Elfen&#8220;-Saga (Heyne) sprechen f\u00fcr sich. Fast schon obligat ist der Verweis im jeweiligen Klappentext, der Autor des Buches w\u00e4re quasi Tolkiens legitimier Erbe oder Nachfolger.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">B\u00fccher unterscheiden sich dadurch voneinander, dass Schriftsteller jene paar Dutzend Standardgeschichten in ihren jeweils eigenen Worten erz\u00e4hlen. Und genau hier setzt das Urheberrecht an, denn es sch\u00fctzt nicht Metaelemente wie Struktur und Dramaturgie oder Bestandteile wie Personal und Schaupl\u00e4tze, sondern die Umsetzung, also die sch\u00f6pferische Leistung im Detail. Oder, einfacher gesagt, <em>den Text selbst<\/em>, insofern er sich durch Einzig- und Eigenartigkeit auszeichnet. Dar\u00fcber hinausgehender Schutz etwa f\u00fcr die Erfindung eines kleinen, gro\u00dff\u00fc\u00dfigen Volks namens &#8222;Hobbits&#8220;, das in runden H\u00f6hlen lebt, gutes Essen und Pfeifentabak bevorzugt, muss \u00fcber Marken- und Gebrauchsmusteranmeldungen gesondert erwirkt werden. <\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Des Plagiats macht sich also schuldig, wer Formulierungen \u00fcbernimmt, und zwar solche, die abseits der \u00fcblichen Phrasen (&#8222;Ich liebe Dich&#8220;, &#8222;Du, ich Dich auch&#8220;) als Ergebnis eines kreativen Prozesses erkennbar sind; in diesem Zusammenhang ist h\u00e4ufig von &#8222;Sch\u00f6pfungsh\u00f6he&#8220; die Rede, f\u00fcr deren genaue Definition sogar der Bundesgerichtshof walten musste. Diese kann schon bei einzelnen S\u00e4tzen (&#8222;Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage&#8220;), sobald sie besonders pr\u00e4gnant sind, erreicht sein, prinzipiell aber erst dann, wenn die Eigenst\u00e4ndigkeit tats\u00e4chlich erkennbar wird, auch im Zusammenhang. Es d\u00fcrfte kaum zu einem Skandal f\u00fchren, wenn zwei Autoren unabh\u00e4ngig voneinander Sentenzen wie &#8222;Die Sonne gl\u00fchte am Horizont und lie\u00df das Meer feurig glitzern&#8220; nutzen, vor allem, wenn diese Autoren so genannte Nackenbei\u00dfer f\u00fcr die Frauen in den Wartezimmern von Gyn\u00e4kologen verfassen. Sobald sich markante \u00c4hnlichkeiten aber h\u00e4ufen &#8211; auch, nein gerade in leicht abgewandelter Form -, liegt die Vermutung nahe, dass geklaut wurde. Und genau das war bei Lindner und Hegemann der Fall.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Nun gut, mag man anmerken &#8211; ein Roman besteht aus sechzigtausendlangsam W\u00f6rtern, was scheren da schon ein paar Dutzend, die man &#8222;ausgeliehen&#8220; hat? Ist es nicht sogar eine besondere Form der Anerkennung, wenn ein Autor die Worte eines anderen benutzt, weil der viel besser gesagt hat, was der Textdieb auszudr\u00fccken w\u00fcnscht? Und stellt Cut &amp; Paste nicht ein immanentes Verhalten der Netzgeneration dar, also die Nutzung desselben beim Schreiben eine Verarbeitung gegenw\u00e4rtiger Str\u00f6mungen? Hat sich die Remix-Kultur nicht w\u00e4hrend der letzten Jahrzehnte zu einem wesentlichen Bestandteil wenigstens der Musikszene entwickelt?<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Mit Verlaub: Kinderkacke. Das ist alles Gew\u00e4sch, um davon abzulenken, dass die Leistung anderer als eigene ausgegeben wurde. <\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Aber von vorne:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Airen, der Verfasser von &#8222;Strobo&#8220;, der Vorlage zu &#8222;Axolotl Roadkill&#8220;, hat in einem Interview mit der F.A.Z. angemerkt, Hegemanns Roman w\u00e4re auch ohne die Anleihen gut (gewesen). Offenbar sah das die Autorin anders, hielt ihr Werk ohne die abgekupferten Szenen f\u00fcr weniger nachhaltig, spannend oder unterhaltsam &#8211; zumeist kapriziert sie sich in ihren \u00f6ffentlichen \u00c4u\u00dferungen auf den letzten Aspekt. Insgesamt handelt es sich um ein gutes Dutzend Abschnitte, die wie im fr\u00fchen Kindesalter getrennte eineiige Zwillinge anmuten. Bei einem Roman, der einige hundert Seiten umfasst, ist das zweifelsohne vergleichsweise wenig, aber die Menge spielt grunds\u00e4tzlich keine Rolle. Auch wenn ein Autor die Zitate in einem mehrere tausend Seiten langen Text versteckt, sind es doch Sch\u00f6pfungen anderer, die er als die eigenen verkauft &#8211; als Bestandteil seines Manuskripts. Nebenbei bemerkt geht es nicht nur um den Entstehungsweg, sondern letztlich auch um ein Gesch\u00e4ft: Schriftsteller verdienen mit ihren B\u00fcchern Geld (\u00fcbrigens im Normalfall weit weniger, als man glauben sollte). Da bei einem Verkaufserfolg kaum auszumachen ist, warum Leser ein Werk besonders mochten oder nicht, stellt eine Komposition aus fremden Versatzst\u00fccken auch immer einen finanziellen Betrug am Sch\u00f6pfer derselben dar. Au\u00dferdem ist nicht ganz unwesentlich, wie zitiert wird. Popliteraten kommen kaum mehr ohne die Songzeile als Kapitel\u00fcberschrift aus, viele Schriftsteller stellen ihren Prologen weise Zitate aus sehr schlauen Quellen voran &#8211; wie Frau Hegemann \u00fcbrigens auch. Hierbei handelt es sich um Referenzen, die einen Kontext liefern, um Verweise, die helfen, die Pr\u00e4misse des Autors einzuordnen. Diese werden zwar zu einem Teil des Buches, aber f\u00fcr jedermann erkennbar nicht zu einem Teil des eigentlichen Werkes. Lindner und Hegemann demgegen\u00fcber haben einfach die Suppe aufgew\u00e4rmt, die ein anderer vorher gekocht hatte. Die Zitate verweisen nicht auf eine Fremdleistung, sondern entsprechen ihr.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Ob ein Autor es als Anerkennung empfindet, wenn bei ihm geklaut wird, muss er selbst entscheiden, aber die meisten, bei denen das ohne vorherige Nachfrage geschieht &#8211; wie in den beiden hier genannten F\u00e4llen -, d\u00fcrften nicht gerade Freudent\u00e4nze auff\u00fchren. Dies umso mehr, wenn die Vorlage nur bescheiden erfolgreich war, der sich bedienende Schriftsteller also erkennen lie\u00df, dass er ob der geringen Verbreitung des Originals schlicht darauf hoffte, nicht ertappt zu werden. Eigentlich aber ist auch das unwesentlich, denn es gibt einen simplen Weg, um die Arbeit des Originals anzuerkennen und gleichzeitig zu nutzen: Man holt die Erlaubnis ein. Im Rubrum des Romans steht dann: Ausz\u00fcge aus Soundso mit freundlicher Genehmigung von Demunddem, fertig. Der Verlag zahlt ein paar Euro f\u00fcr die Abdruckrechte. Eine vern\u00fcnftige Erkl\u00e4rung daf\u00fcr, dies zu unterlassen, gibt es nicht, sondern lediglich die naheliegende: Man hat es getan, weil man es als Eigenleistung ausgeben <em>wollte<\/em>.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Cut &amp; Paste, ja, ja. Das Internet wird von vielen Menschen als rechtsfreier Raum wahrgenommen, was sich nicht nur darin zeigt, dass manch einer alle Benimmregeln sausen l\u00e4sst und als Troll durch die Netzwelt w\u00fctet. Trotz der Abmahnwellen, die seit Jahren durch die Republik schwappen, nutzen viele auf ihren pers\u00f6nlichen Websites und in Blogs Fotos und Texte, die sie einfach von irgendwo \u00fcbernommen haben, ohne dass dies vom Urheber gestattet worden w\u00e4re. Ist ja \u00f6ffentlich und kostenlos zug\u00e4nglich, sagen sie sich, und kopieren den Krempel einfach in die eigene Heimseite. Die meisten werden nie erwischt, weil nur wenige Rechteinhaber \u00fcberhaupt auf die Idee kommen, man k\u00f6nnte bei ihnen gestohlen haben &#8211; oder sie wissen selbst nicht, dass dies eine Verletzung ihrer Rechte darstellt. Als Avatare (Erkennungsbildchen) in Internet-Foren werden fast durch die Bank Grafiken verwendet, die man irgendwo gezogen hat, und dass fremde Texte &#8211; z.B. in den Online-Angeboten der Zeitungen vorgefundene Artikel &#8211; als Bestandteil von eigenen Meinungs\u00e4u\u00dferungen nicht einfach einkopiert, sondern bestenfalls verlinkt werden d\u00fcrfen, interessiert augenscheinlich niemanden. Angesichts der \u00fcberw\u00e4ltigenden Menge solcher Urheberrechtsverletzungen gehen offenbar die meisten Netzbenutzer davon aus, dass dies statthaft w\u00e4re oder zumindest geduldet w\u00fcrde, aber das ist keineswegs der Fall. Au\u00dferdem bleiben T\u00e4ter in Foren normalerweise anonym, weshalb dann die Betreiber in die Haftung genommen werden, und wenn die Angebote auch noch auf ausl\u00e4ndischen Servern liegen, wird die Verfolgung schwierig. Das gilt fast generell f\u00fcr Rechtsverletzungen im Internet, wie langwierige und teilweise ziemlich idiotische Debatten und Regelungsans\u00e4tze etwa zur Verbreitung von Kinderpornographie zeigen. Die unglaubliche Datenmenge und die fast im Sekundenrhythmus neu entstehenden Web-Angebote machen es zudem wahnsinnig schwer, solche Verst\u00f6\u00dfe auch nur zu finden. Ein leicht umgestellter Text oder eine nachbearbeitete Grafik l\u00e4sst sich automatisiert praktisch nicht mehr orten. Bei Lindner und Hegemann waren es folgerichtig auch Einzelpersonen, die zuf\u00e4llig Quelle und Ergebnis kannten &#8211; und die \u00dcbereinstimmungen ver\u00f6ffentlichten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Dieses Ausschneiden und (Ein)Kopieren stellt also tats\u00e4chlich einen Zustand dar, einen Aspekt der Internet-Kommunikation, aber der Vergleich steht insgesamt auf t\u00f6nernen F\u00fc\u00dfen, denn <em>beides<\/em> ist unrechtm\u00e4\u00dfig. Au\u00dferdem handelt es sich auch f\u00fcr Deppen erkennbar um ein Scheinargument, denn ohne die Aufdeckung des Plagiats w\u00e4re diese nachgeschobene &#8222;Eigenschaft&#8220; von Hegemanns Text f\u00fcr alle au\u00dfer die Autorin selbst im Verborgenen geblieben. Anders gesagt: Wenn es wirklich ihre Intention war, durch diese &#8222;Intertextualit\u00e4t&#8220; ein Abbild der C&amp;P-Generation zu zeichnen, h\u00e4tte sie das auch f\u00fcr Leser erkennbar machen m\u00fcssen. Das aber ist erst geschehen, als die Quellen aufgedeckt wurden. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Die Frau l\u00fcgt also.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Bleibt der Remix. Coverversionen, Remixe und Songs, die Samplings oder Dubs aus anderen enthalten, geh\u00f6ren schon seit Jahrzehnten zur Popmusik. Es gibt St\u00fccke, von denen mehrere Dutzend gecoverte Fassungen existieren, Hunderttausende Remix-Alben, und die Hip-Hop-Kultur basiert gr\u00f6\u00dftenteils auf Samplings. Anders als in der Literatur aber wird bei Musik zwischen Komponisten und Interpreten unterschieden, und Personalunion ist nicht die Regel. Urheber- und Leistungsschutzrechte betreffen hier beides, und an jeder ver\u00f6ffentlichten Version eines St\u00fcckes verdienen alle mit: Diejenigen, die es komponiert haben, die, die es zuerst ver\u00f6ffentlicht haben, und jene, die es schlie\u00dflich recyceln. Ein Wiederverwerter muss darauf peinlich achten &#8211; und nat\u00fcrlich alle Miturheber nennen; die Musikverlage interessieren sich brennend f\u00fcr Vergehen gegen diese Regelungen (sie mahnen tats\u00e4chlich sogar Betreiber privater Fansites ab, auf denen Songtexte ver\u00f6ffentlicht werden). Die Coverversion, der Remix, die Nutzung von Samplings stellt eine Interpretation des St\u00fcckes dar, aber auch das geschieht nicht hinterr\u00fccks. Die Neuinszenierung der sch\u00f6pferischen Leistung eines anderen &#8211; also z.B. Howdy-Dowdy-Fassungen bekannter Popsongs, wie das die Berliner Band &#8222;The Boss Hoss&#8220; pr\u00e4sentiert &#8211; l\u00e4sst durch die damit verbundene eigene Leistung (Arrangement, Gesang, musikalische Darbietung) ein neues Werk bzw. eine neue Interpretation des Originals entstehen. Nicht selten ist die \u00c4hnlichkeit zur Vorlage verbl\u00fcffend, und manch ein Cover ist von der Ursprungsfassung \u00fcberhaupt nicht zu unterscheiden, was nat\u00fcrlich die Vermutung nahelegt, dass die Eigenleistung, die beispielsweise &#8222;nur&#8220; aus neuem Gesang besteht, eine reine Trittbrettfahrerei darstellt. Solange der neue S\u00e4nger aber nicht auf seine CDs druckt, er w\u00e4re selbst auch Komponist, und die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit seines Vorgehens abgesichert hat, geht das weitgehend klar.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Romane aber besitzen nur einen Komponisten, der zugleich seine eigene Interpretation liefert, und zwar immer. Wer Bestandteile anderer Prosawerke nutzt, um sie in eigenen zu &#8222;interpretieren&#8220;, tut dies nicht wirklich, denn genau genommen komponiert er um &#8211; unter Nutzung einer Fremdkomposition. Es ist also vollkommen unsinnig, bei Literatur von &#8222;Remixen&#8220; zu reden. Das ist lediglich ein Euphemismus f\u00fcr fehlende Kreativit\u00e4t. <\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Fazit: Keines der vorgetragenen Argumente ist auch nur ansatzweise haltbar. Die Plagiatoren haben geklaut und sie wollten klauen; beide hofften darauf, nicht erwischt zu werden. Alle folgenden Diskussionen und Rechtfertigungen stellen Scheingefechte dar, die von diesem Vorgang ablenken sollen. Und die Reaktion des Piper-Verlags, n\u00e4mlich Lindners Buch umgehend vom Markt zu nehmen, war die einzig richtige. Auch Frau Hegemanns Traktat geh\u00f6rt eingestampft. Alles andere stellt einen Verrat an Literatur und Buchmarkt dar &#8211; und auch der Ullstein-Verlag sollte eigentlich daran interessiert sein, hier keine heiklen Pr\u00e4zendenzf\u00e4lle zu schaffen, die schnell zum Bumerang werden k\u00f6nnen. \u00dcbrigens: Das Original &#8211; also Airens &#8222;Strobo&#8220; &#8211; erscheint im Herbst abermals, und zwar ausgerechnet bei Ullstein. Eine Konstellation, f\u00fcr die sich ein Romanautor, w\u00fcrde er sie thematisieren, ob seiner vermeintlichen Weltfremdheit schelten lassen m\u00fcsste.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Jeder Autor muss sich der Tatsache bewusst sein, dass seine Inspiration und seine Kreativit\u00e4t gelegentlich fremdgehen. Das geh\u00f6rt zur Natur der ganzen \u00dcbung; Kunst ist auch, sogar zu einem geh\u00f6rigen Anteil Reflexion, und irgendwie sind wir alle sowieso nur Epigonen (vermutlich hat das mal ein schlauer Kopf gesagt, den ich gerade unbewusst zitiere). Der Prozess, der ein neues Werk entstehen l\u00e4sst, ist auch f\u00fcr Schriftsteller nicht immer \u00fcberschaubar, h\u00e4ufig sogar nicht einmal verst\u00e4ndlich. Anders gesagt: Man wei\u00df als Schreibender oft nicht, woher eine Idee kam, wie eine wunderbare Formulierung entstand, woraus sich der &#8222;Creative Flow&#8220; speiste, wer oder was bei der Eingebung Pate stand. Da man als Kulturschaffender zugleich Konsument ist &#8211; und auch dringend sein sollte -, flie\u00dft die Kunst der anderen fast automatisch in die eigene ein. Unser Bewusstsein \u00fcbt sich im Streichespielen und l\u00e4sst uns glauben, wir w\u00e4ren Sch\u00f6pfer, dabei sind wir meistens Wiederk\u00e4uer. Aufgrund der enormen Vielfalt und Anzahl von Eindr\u00fccken ist es schlechterdings unm\u00f6glich, zwischen reinem, edlem Musenkuss und dem fahrigen Zungenspiel einer gut besuchten Literaturprostituierten zu unterscheiden. Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter stellt sich dann heraus, dass ein anderer diese vortreffliche Idee schon hatte, den pr\u00e4gnanten, umwerfenden Satz in \u00e4hnlicher Weise vor uns erdachte, den hinrei\u00dfend neuen Plot bereits in einen Roman, eine Novelle, ein Theaterst\u00fcck, einen Film, eine Kurzgeschichte gegossen hat. Wir bedienen uns jederzeit eines Reservoirs, das nur zu einem verschwindend kleinen Teil seinen Ursprung in uns selbst hat. Der Rest ist &#8211; indirekt &#8211; Zeug von anderen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Und das ist, verdammt noch eins, auch in Ordnung. Wenn es andere waren, die unserem Werk Seele eingehaucht haben (Inspiration stammt von Spiritus: Leben, Seele, Geist), dann bleibt der K\u00f6rper, in dem diese Seele wohnt, noch immer der unsrige. So, wie wir uns als Menschen formal allesamt \u00e4hnlich sind, als Individuen aber deutlich unterscheiden, erz\u00e4hlen unsere Geschichten auch Vergleichbares und zeigen ihre Einzigartigkeit in der Umsetzung. Fantasie, behaupten einige Philosophen, ist ohnehin eine Illusion, wenigstens aber Permutation.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Diese unbewusst geborgte Kreativit\u00e4t ist immanent und mit Hausmitteln kaum zu vermeiden. In der Regel bleibt sie folgenlos, weil die geliehenen Fragmente niemals als solche erkennbar werden, der &#8222;Remix&#8220;, um es mit Hegemann zu sagen, aus Millionen Samples besteht, von denen jeder nur ein paar Millisekunden lang ist. Es geschieht, davon abgesehen, ohne Vorsatz und nicht in der Absicht, abzukupfern. Au\u00dferdem ist diese &#8222;borrowed creativity&#8220; eine Tat ohne Opfer.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Das war, um es nochmals zu betonen, bei den beiden genannten Autoren deutlich und dramatisch anders. Lindner hatte nicht irgendwann vor Jahren Evanovich gelesen und nun zuf\u00e4llig, ohne aktives Dazutun, einen sehr \u00e4hnlichen Roman verfasst. Und auch bei Hegemann waren es nicht im Hirn an pr\u00e4senter Stelle verhaftete Stellen aus Roman und\/oder Blog von &#8222;Airen&#8220;, die pl\u00f6tzlich ins leere Textdokument auf dem Laptop-Schirm dr\u00e4ngten. Die Herrschaften haben sich sehr bewusst und aktiv daf\u00fcr entschieden, die Werke anderer Autoren teilweise zu nutzen, um das Ergebnis als eigenes Kunstwerk auszugeben, ohne in halbwegs angemessener Weise die Quellen zu nennen. Diesen Vorgang bezeichnet man nicht als Inspiration oder sonstwie euphemistisch, sondern als Plagiat, und das ist neben der Verletzung von Pers\u00f6nlichkeitsrechten das schlimmste, was ein Autor tun kann.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Stellungnahme Im Februar 2010 wurden gleich zwei deutsche Autoren dabei ertappt, f\u00fcr Ihre literarischen Deb\u00fcts das geistige Eigentum anderer missbraucht zu haben. 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