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„Veränderung bedeutet, dass man Halbgutes für Ungewisses opfert“

Dieser Satz stammt von Uwe Fielder, der Hauptfigur meines neunten Romans „Nachttankstelle“. Seit Ende August (2015) ist das Buch auf dem Markt, und damit hat wieder einmal diese äußerst merkwürdige Zeit begonnen, in der man völlig entnervt darauf wartet, wie das neue Machwerk angenommen wird. Denn darum geht es beim Schreiben: Zu erfahren, wie die Gedanken, die man zu Papier gebracht hat, von Euch, den Lesern, aufgenommen werden. Was Ihr davon haltet, ob es Euch amüsiert, freut, ärgert, langweilt, begeistert oder deprimiert (was weit jenseits meiner Absichten läge).

Umso mehr, da dieser Roman anders ist. Wenn ich mir die Schar der Figuren, die ich ins Leben gerufen habe, so anschaue, dann scheint es eine gewisse Kontinuität zu geben, denn von Donald Kunze („Radio Nights“, 2003) über Henry Hinze („Idiotentest“, 2005), Tim Köhrey („Geisterfahrer“, 2008), Nicolas Sender („Pauschaltourist“, 2009), Falk Lutter („Sommerhit“, 2011) und Patrick Finke („Leichtmatrosen“, 2013) bis hin zu jenem Uwe Fiedler, dessen Mantra in der Überschrift vorzufinden ist, geht es immer um Typen, die nach ihrem Platz im Leben suchen, mal humoriger („Pauschaltourist“), mal substantieller („Sommerhit“). Aber in „Nachttankstelle“ nimmt die Weltsicht des Protagonisten eine deutlich prominentere Position ein. Und es geht in diesem Buch eigentlich nicht so sehr darum, was jener Uwe Fiedler an sich selbst ändern müsste, sondern eher darum, was an der Welt so falsch ist, dass man sich ändern muss, um mit ihr zurechtzukommen. Eine Leserin merkte an, dass es fast schon ein „philosophisches Buch“ wäre – womit ich einverstanden bin, vom Adverb „fast“ vielleicht abgesehen.

Was ich sagen will (keine gute Einleitung, ich weiß, aber hier mal passend): Es interessiert mich sehr, wie Ihr diese Veränderung wahrnehmt. Womit ich keineswegs meine, dass die bisherigen Romane halbgut waren, was ich ohnehin nicht zu beurteilen habe. Sondern schlicht, ob Euch das gefällt, wie die Geschichte von Uwe Fiedler erzählt wird. Weil das die Frage ist, die mich umtreibt, seit ich „Ende“ unter das Manuskript geschrieben habe. Also, meldet Euch. Meine Mailadresse findet Ihr im Impressum. Danke!

Herzlich,
Tom

1 Kommentar zu „Veränderung bedeutet, dass man Halbgutes für Ungewisses opfert“

  • Peter Pfeiffer

    Hallo Tom,

    ich habe deine „Leichtmatrosen“ zufällig gelesen und mich gefragt, ob Du uns (2 Freunde und mich) Ende der 90er bis Mitte der 2000er auf unseren diversen „Himmefahrt-Törns“ auf der Müritz heimlich begleitet hast und diesen Stoff in präzisen Teilen in dieses Meisterwerk an Situationkomik hast einfließen lassen. Der Roman war für mich seit langer Zeit ein Volltreffer und ich habe mir dann auch gleich Deinen Ersten „Radio Nights“ und bis dahin noch Letzten „Nachtankstelle“ geholt und gelesen.
    Wie soll ich es sagen ohne zuviel zu lobhudeln, ich fand auch diese Werke absolut super und toll geschrieben. Weniger witzig und mit mehr noch mehr Tiefgang in den Charakteren ist mir recht, denn ich konnte mir stets vorstellen wie sie diese Typen (drauf) sind.
    Mein Wunsch wäre, lege Dich nicht fest auf eine bestimmte Art zu schreiben, bleib mit Deinem Schreibstil genauso überraschend wie mit Deinen Geschichten.

    Danke für die Kurzweil, die Lachtränen, und besonders für das Nachdenkliche.
    Gruß
    Peter

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